Plaudereien

Gersauer Plaudereien

Freitag, 11. April - 19.00 Uhr: Restaurant Traube «Weisch nu?»
Freitag, 6. Juni - 19.00 Uhr:
Wirtschaft Schiff «Gersau und der See»
Samstag, 27. September - 14.00 Uhr:
Berggasthaus Gätterli
«Bergwirtschaft & Ausflugsgebiet»
Freitag, 7. November -19.00 Uhr:
Gasthaus Tübli «Gersauer Brauchtum»

Gersauer Geschichten sind weit mehr als die hinlänglich bekannten «Stücklein». Auch heute noch besitzt Gersau zahlreiche gemütliche Gasthäuser, an deren Stammtischen oft über vergangene oder aktuelle Ereignisse berichtet wird. Egal, ob das Er- zählte dramatisch, amüsant, packend oder gar unglaublich klingt, immer erfährt man Neues über interessante Geschehnisse aus dem geschichtsträchtigen Dorf am See. Im Rahmen von Gersau 2014 laden vier einheimische Gastbetriebe zu «Gersauer Plaudereien» ein. Anwesend werden jeweils einige Persönlichkeiten sein, die eben solche Geschichten zu erzählen wissen. Ein eigentliches Publikum gibt es nicht; alle Anwesenden können sich in die Diskussion einbringen und ihre eigenen Gersauer Geschichten zum Besten geben. Das Ganze wird jeweils in lockerer und gemütlicher Atmosphäre stattfinden.
Moderation: Erwin Nigg.


- Bericht Bote der Urschweiz 17.04.2014 "Plaudereien 1"... [127 KB]

Als Gersau noch 32 Wirtschaften hatte

Als Gersau noch 32 Wirtschaften hatte

 

Mit den Gersauer Plaudereien wurde im Rahmen von «Gersau 1814/2014» eine Veranstaltungsreihe kreiert, die es in sich hat. Der Start in der Traube war jedenfalls der Hit.

 

Roger Bürgler

 

Stammtische sind das Eldorado der Geschichtenerzähler und ebenso der Zuhörer. Und da solche Stammtische wie auch die entsprechenden Beizen immer mehr verschwinden, hat man in Gersau im Jubiläumsjahr mit den «Gerauer Plaudereien» eine gesellige wie unterhaltsame Veranstaltungsreihe rund um den Stammtisch ins Leben gerufen.

 

Die «Möschteler» und ihre Frauen

«Weisch nu?» lautete das Motto der ersten Plauderei, die am letzten Freitag in der vollbesetzten Traube stattfand. Erwin Nigg amtete als Moderator, Rainer «Trube-Reini» Camenzind war Gastgeber, Murers Werni sorgte für die Musik, Robert Nigg sen., Marzell Camenzind und sein jüngerer Namensvetter von der Furt hatten Fakten und Überliefertes mit im Gepäck und aus «Trube-Marias» Küche kam der Käsekuchen zu einem Preis, der wohl vor Jahrzehnten einmal aktuell war. Entsprechend gelöst war die Stimmung und der Gewunder der Beizenbesucher gross. Und sie wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Angefangen beim Gasthaus Traube vor 100 Jahren über das Balchenfischen, die harten Kriegsjahre, die Suppenküche bis zu den dorfbekannten «Möschtler», deren Ehefrauen jeweils samstags bei der Seidenspinnerei den Zahltag abholten, damit sie in den Beizen die Schulden ihrer Männer bezahlen konnten und vielleicht noch etwas für die Familie übrig hatten. Damals gab es auch noch 32 Beizen im Dorf und die Heimkehr machte es den Durstigen nicht wirklich einfach.

 

Von den drei Säuen im Kamin

So könnte man jetzt locker 20 grossartige Geschichten, die am Freitag zum Besten gegeben wurden, aufzählen. Das würde diesen Rahmen sprengen und ist ohnehin nicht so amüsant wie vor Ort gehört. Stellvertretend aber doch ein Müsterchen. Als zu Kriegsjahren die Lebensmittel rationalisiert waren, wurde eben auch in Gersau etwas Schwarzhandel betrieben. So erlaubte sich des Radweltmeisters Ösi Camenzinds Grossvater einen originellen Spass, als er in einer Beiz verkündete, dass er in seinem Kamin auch noch drei Säue versteckt habe. Dies machte natürlich die Runde und als der Dorfpolizist vor Ort kontrollierte, hingen tatsächlich drei Säue im Kamin des Verdächtigen. Eine Schellen-Sau, eine Schilten-Sau und eine Rosen-Sau.

 

Weitere Gersauer Plaudereien finden am 6. Juni im Schiff (Gersau und der See), am 27. September im Gätterli (Bergwirtschaft und Ausflugsgebiet) und am 7. November im Tübli (Gersauer Brauchtum) statt.  

 

Bildlegenden:

 

Zusammen könnten diese Herren mit Gersauer Geschichten Bücher füllen. Aufnahme von der ersten Gersauer Plauderei in der Traube.